Caritasverband Deutschland
20.12.18

Weihnachten in der Wärmestube

In Minden ist die Wärmestube der Caritas sowohl an Heiligabend wie auch den Weihnachtsfeiertagen wie gewohnt für Menschen vom Rand der Gesellschaft mittags geöffnet. „Für diese Tage bereiten wir ein ganz besonderes Essen vor“, sagt Leiterin Schwester Annette Stuff. An Heiligabend gebe es Schweinebraten mit Rotkohl und Salzkartoffeln, an den anderen Tagen Rinderroulade und Hähnchenschenkel, sagt Schwester Annette, die bis 2013 im Campo Santo direkt neben dem Petersdom in Rom regelmäßig auch Papst Benedikt XVI. bekochte. An Heiligabend und am ersten Weihnachtstag wird das Essen kostenlos abgegeben, sonst kostet es 80 Cent. „Wir werden auch Weihnachtslieder singen und ich werde weihnachtliche Geschichten vorlesen“, sagt Schwester Annette. In dem mit Christbaum und Krippe geschmückten Gastraum werde man es sich „einfach gemütlich“ machen. „Gewöhnlich spielt dann einer der Gäste Mundharmonika, andere tragen Gedichte vor.“ Für alle gibt es auch Geschenke wie Handschuhe, Rasierzeug, selbst gemachte Marmelade und von Spenderinnen gestrickte Socken, aber auch selbst gebackene Plätzchen. „Dann zieht ein herrlicher Duft durch die Wärmestube“, schwärmt Schwester Annette. „Manche unserer Gäste sagen dann, es ist schön hier wie bei Mama.“

Nicht alle der gewöhnlich 40 Gäste der Wärmestube werden Heiligabend kommen. Einige der Jüngeren, die meist aufgrund von Drogen- oder Alkoholmissbrauch die Wärmestube besuchen, werden dann bei ihren Familien sein. Die übrigen bleiben auch noch zusammen, wenn die Wärmestube an Heiligabend gegen 17 Uhr schließt. „Die treffen sich dann bei jemandem, der noch ein eigenes Zimmer hat.“ Denn viele der Gäste, die unter Einsamkeit leiden, hätten in der Wärmestube Freunde gefunden, berichtet Schwester Annette.